Cavalier King Charles Spaniel Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Cavalier King Charles Spaniel Welpen – das schwierige Kapitel zuerst
Beim Wesen ist dieser Hund kaum zu schlagen: sanft, freundlich, anhänglich, ohne Schärfe gegenüber Menschen oder anderen Hunden. Als Familienhund wäre er eine der besten Wahlen überhaupt.
Wäre. Denn beim Cavalier steht die Gesundheit so im Vordergrund, dass sie vor dem Charakter besprochen gehört – alles andere wäre unredlich.
Zwei Erkrankungen prägen diese Rasse:
Die Mitralklappenendokardiose. Eine fortschreitende Herzklappenerkrankung. Sie tritt bei kleinen Hunden generell auf, beim Cavalier aber deutlich früher und deutlich häufiger – sie ist die häufigste Todesursache der Rasse.
Die Chiari-ähnliche Malformation. Der Schädel ist zu klein für das Gehirn, das dadurch am Übergang zum Rückenmark eingeengt wird. Daraus kann eine Syringomyelie entstehen: Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Rückenmark, die anhaltende neuropathische Schmerzen verursachen. Die geschätzte Verbreitung der Fehlbildung in der Rasse liegt bei 95 bis 100 Prozent – nicht jeder betroffene Hund erkrankt, aber die Anlage ist nahezu flächendeckend.
Und der Punkt, der besonders schwer wiegt: Für die Zuchtzulassung werden in der Regel Untersuchungen auf Patellaluxation und Herzklappenfehler verlangt – eine Untersuchung auf die Chiari-Fehlbildung ist weder vorgeschrieben noch empfohlen.
| Ursprungsland | Großbritannien |
| Schulterhöhe | etwa 30 bis 33 cm |
| Gewicht | 5,5 bis 8 kg |
| Alter | 9 bis 12 Jahre |
| Fell | lang, seidig, leicht gewellt |
| Verwendung | Begleithund |
Auf einem Blick
- im Wesen einer der sanftesten Begleithunde überhaupt
- Herzerkrankung ist die häufigste Todesursache der Rasse
- Chiari-Fehlbildung bei geschätzt 95 bis 100 Prozent verbreitet
- auf die Fehlbildung wird in der Zucht nicht verpflichtend untersucht
- wer sich für die Rasse entscheidet, sollte gezielt nach Herzbefunden und MRT-Untersuchungen fragen
- Tierärztliche Kosten sollten von Anfang an eingeplant werden
Der Charakter & das Wesen von Cavalier Welpen
Freundlich zu allem und jedem. Der Cavalier ist kein Wachhund, kein Jagdhund und kein Sporthund – er ist ein Gesellschafter, und das war er seit Jahrhunderten.
Er ist leicht zu erziehen, weil er gefallen will, und er ist kaum allein zu lassen, weil er Anschluss braucht. Für ältere Menschen, ruhige Haushalte und Familien ist er dadurch ideal – vorausgesetzt, jemand ist da.
Er hat einen leichten Jagdtrieb aus der Spaniel-Vergangenheit, der sich bei manchen Hunden deutlich zeigt. Planlos ins Feld rennen lassen sollte man ihn nicht.
Die Pflege und Haltung eines Cavalier Welpen
Das seidige Fell braucht regelmäßige Pflege: zwei- bis dreimal die Woche bürsten, an den Ohren und hinter den Beinen häufiger – dort verfilzt es zuerst.
Die langen Schlappohren sind ein Dauerthema. Unter ihnen ist es warm und feucht, und das begünstigt Entzündungen. Einmal wöchentlich hineinschauen, nicht hineinputzen – wie das geht, steht unter Augen und Ohren beim Welpen.
Bewegungsbedarf: moderat. Eine Stunde täglich in ruhigem Tempo reicht vielen Cavalieren. Bei einem Hund mit Herzbefund gibt der Tierarzt das Maß vor.
Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse
Über Herz und Chiari steht das Wesentliche oben. Dazu kommen:
- Patellaluxation – die Kniescheibe springt aus der Führung
- Augenerkrankungen, unter anderem Katarakt und trockenes Auge
- Mittelohrentzündungen, begünstigt durch den Ohrbau
- Episodische Krämpfe (Episodic Falling Syndrome), für das es einen Gentest gibt
Die Fragen, die beim Züchter fallen sollten
- Liegt ein aktueller Herzbefund beider Elterntiere vor – und wie alt waren sie bei der Untersuchung?
- Wurden die Elterntiere per MRT auf Chiari und Syringomyelie untersucht? Das ist freiwillig; wer es tut, meint es ernst.
- Wie alt wurden die Großeltern, und woran sind sie gestorben?
- Gibt es Gentests für das Episodic Falling Syndrome?
Ein Züchter, der auf diese Fragen ausweicht, ist der falsche. Worauf sonst zu achten ist, steht unter Seriöse Hundezüchter erkennen.
Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?
Vom Wesen her hervorragend: geduldig, sanft, ohne Aggression. Er ist klein genug für kleine Wohnungen und ruhig genug für ruhige Haushalte.
Zu bedenken ist die Größe: Ein fünf Kilo schwerer Hund ist zerbrechlich. Kinder müssen lernen, dass er kein Spielzeug ist, und das gilt hier mehr als bei einem robusten Labrador.

Cavalier King Charles Spaniel FAQ
Soll ich mir überhaupt einen Cavalier holen?
Das ist eine Entscheidung, die niemand für dich treffen kann. Wenn du dich für die Rasse entscheidest, dann bei einem Züchter, der freiwillig mehr untersucht, als er müsste – und mit dem Wissen, dass tierärztliche Kosten wahrscheinlicher sind als bei anderen Rassen. Eine Alternative ist ein Tierschutzhund dieser Rasse; davon gibt es leider genug.
Woran erkenne ich Syringomyelie?
Typisch sind Kratzbewegungen am Hals ohne Berührung – oft beim Gehen oder wenn das Halsband drückt. Dazu Schmerzäußerungen, Berührungsempfindlichkeit am Kopf, Schlafstörungen. Bei Verdacht gehört das abgeklärt, nicht beobachtet.
Ist ein Geschirr besser als ein Halsband?
Bei dieser Rasse ja, ausdrücklich. Druck am Hals kann Beschwerden auslösen oder verstärken. Siehe Welpengeschirr.
Wie alt wird ein Cavalier?
Neun bis zwölf Jahre. Die Herzerkrankung bestimmt bei vielen das Ende.
Zusammenfassung
Der Cavalier King Charles Spaniel hat ein außergewöhnlich sanftes Wesen und außergewöhnlich schwere Erbprobleme. Die Mitralklappenendokardiose ist die häufigste Todesursache, und die Chiari-ähnliche Fehlbildung ist in der Rasse nahezu flächendeckend verbreitet, ohne dass in der Zucht verpflichtend darauf untersucht wird. Wer sich für diese Rasse entscheidet, sollte gezielt nach Herzbefunden und MRT-Untersuchungen fragen, ein Geschirr statt eines Halsbands verwenden und finanzielle Rücklagen einplanen.




