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Urlaub mit dem Welpen: Wann es sich lohnt – und wann nicht

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Urlaub mit dem Welpen
Der Strand sieht nach perfektem Welpenurlaub aus. Für einen Zwölfwöchigen ist er vor allem eines: sehr viel auf einmal

Die unbequeme Antwort zuerst

Im ersten halben Jahr ist der beste Urlaub mit Welpe oft gar keiner.

Das ist keine Spaßbremserei, sondern ein Rechenexempel: Ein Welpe zieht mit acht Wochen ein. Die Prägephase läuft bis zur zwölften Woche, die Impfungen sind erst mit sechzehn Wochen abgeschlossen, stubenrein wird er irgendwann dazwischen. In genau diese Zeit fällt bei vielen der gebuchte Sommerurlaub.

Wer trotzdem fährt, verbringt ihn meist damit, alle zwei Stunden nach draußen zu gehen und nachts in einem fremden Zimmer neben einer Box zu sitzen. Das kann man machen. Erholsam ist es für niemanden.

Auf einem Blick

Wann ein Welpe reisefähig ist

Es gibt keine Altersgrenze im Gesetz, aber drei Dinge, die vorher stimmen sollten.

Der Impfschutz muss stehen. Die Grundimmunisierung ist erst mit etwa sechzehn Wochen abgeschlossen. Vorher ist jeder Ort mit vielen fremden Hunden ein Risiko – Raststätten, Strandpromenaden, Hundewiesen am Ferienort. Mehr dazu unter Welpen impfen.

Die Prägephase sollte durch sein. Bis zur zwölften Woche prägt sich ein Welpe ein, was zur Welt gehört und was nicht. Diese Zeit gehört in die vertraute Umgebung – nicht an einen Ort, an dem alles gleichzeitig neu ist. Warum das so ist, steht unter Prägephase und Sozialisierung.

Die Anfahrt muss er aushalten. Ein Welpe, der Autofahren noch nicht kennt, lernt es nicht auf 600 Kilometern am Stück.

Daraus ergibt sich in der Praxis: ab etwa vier Monaten ist eine ruhige Reise im Inland vernünftig. Für das EU-Ausland gilt zusätzlich eine Frist, die niemand verhandeln kann – dazu gleich mehr.

Ins Ausland erst mit 15 Wochen

Das ist die eine Zahl, an der Urlaubspläne wirklich scheitern, und sie überrascht regelmäßig.

Für Reisen innerhalb der EU braucht dein Hund eine gültige Tollwutimpfung. Die darf frühestens mit zwölf Wochen gegeben werden, und danach müssen 21 Tage vergehen, bevor sie als gültig gilt. Zwölf Wochen plus drei Wochen: 15 Wochen, keinen Tag früher.

Und es gibt eine Reihenfolge, die viele erst beim Tierarzt erfahren: Erst chippen, dann impfen. Eine Tollwutimpfung, die vor dem Mikrochip eingetragen wurde, ist EU-rechtlich ungültig und muss wiederholt werden.

Alles Weitere dazu – Heimtierausweis, Sonderregeln einzelner Länder, was bei der Rückreise gilt – steht unter EU-Heimtierausweis und Tollwutimpfung.

Welches Ziel passt

Die Frage ist nicht, wo es am schönsten ist, sondern wo am wenigsten gleichzeitig passiert.

Gut geeignet: ein Ferienhaus im Grünen mit eingezäuntem Grundstück. Kurze Anfahrt, eigener Eingang, niemand im Nebenzimmer, den nächtliches Winseln stört. Draußen ist sofort draußen – das ist bei einem noch nicht zuverlässig stubenreinen Welpen mehr wert als jede Ausstattung.

Geht mit Abstrichen: ein hundefreundliches Hotel in ruhiger Lage. Der Weg nach draußen führt über Flure und Aufzüge, und das mehrmals nachts.

Schwierig: Campingplätze, Städtereisen, alles mit Hitze. Ein Welpe reguliert seine Temperatur schlechter als ein erwachsener Hund, und im Süden sind im Sommer auch nachts 25 Grad normal.

Nicht geeignet: Flugreisen. Ein Welpe im Frachtraum ist Stress, den nichts rechtfertigt, was am Zielort auf ihn wartet.

Die Anfahrt

Rechne mit dem Doppelten deiner üblichen Fahrzeit.

Alle zwei Stunden anhalten, mindestens fünfzehn Minuten, angeleint lösen lassen, Wasser anbieten. Nicht direkt vor der Abfahrt füttern – eine leichte Mahlzeit drei Stunden vorher ist besser als ein voller Magen auf der Autobahn.

Wie der Welpe im Auto gesichert gehört, steht unter Welpen im Auto transportieren. Und falls ihm unterwegs regelmäßig schlecht wird: Das ist bei jungen Hunden häufig und geht meist vorbei – die Gründe und was hilft, stehen unter Reisekrankheit beim Welpen.

Was mitmuss

Die Regel ist einfach: alles, was zu Hause Sicherheit gibt. Ein fremder Ort wird erträglich, wenn wenigstens der Schlafplatz riecht wie immer.

Wenn du den Urlaub verschiebst

Das ist keine Niederlage. Ein Welpe ist ein knappes Jahr lang Welpe, und ein Urlaub lässt sich nachholen – die Prägephase nicht.

Wer trotzdem wegmuss, hat zwei brauchbare Wege: jemanden, den der Welpe kennt, zieht ins eigene Zuhause. Oder der Welpe zieht zu jemandem, den er kennt. Beides ist besser als eine fremde Pension, in der er als einziger Jungspund zwischen erwachsenen Hunden sitzt.

Zusammenfassung

Im Inland ist Urlaub mit Welpe ab etwa vier Monaten vernünftig, ins EU-Ausland frühestens mit 15 Wochen – wegen der Tollwutimpfung und der 21-tägigen Wartezeit danach. Je jünger der Hund, desto kürzer die Anfahrt und desto ruhiger das Ziel: Ferienhaus mit Garten schlägt Hotel, Hotel schlägt Campingplatz. Mitnehmen, was zu Hause Sicherheit gibt – vor allem das gewohnte Futter und den gewohnten Schlafplatz. Und wenn die Rechnung nicht aufgeht: verschieben. Der Urlaub kommt wieder, die Welpenzeit nicht.