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Boston Terrier Welpen

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Zwei Boston-Terrier-Welpen sitzen nebeneinander
Die aufrecht getragenen Ohren richten sich erst im Lauf der ersten Monate auf

Boston Terrier Welpen – Terrier nur dem Namen nach

Der Boston Terrier heißt Terrier, verhält sich aber nicht so. Er entstand im 19. Jahrhundert in den USA aus Bulldogge und English Terrier, ursprünglich für Hundekämpfe – und wurde dann konsequent zum freundlichen Begleithund umgezüchtet.

Was geblieben ist: ein kompakter, kräftiger Körper und viel Temperament. Was verschwunden ist: die Schärfe. Der Boston Terrier gilt heute als einer der umgänglichsten kleinen Hunde überhaupt.

Die weiße Zeichnung auf dunklem Fell hat ihm den Beinamen „American Gentleman“ eingebracht.

UrsprungslandUSA
Schulterhöheetwa 38 bis 43 cm
Gewicht4,5 bis 11 kg, in drei Gewichtsklassen
Alter11 bis 14 Jahre
Fellkurz, glatt, glänzend
VerwendungBegleithund

Der Charakter & das Wesen von Boston Terrier Welpen

Fröhlich, aufgeweckt, menschenbezogen. Der Boston Terrier ist ein Clown mit gutem Gedächtnis – er lernt schnell und wiederholt gern, was Erfolg hatte.

Er ist wenig reizbar und kommt mit anderen Hunden meist gut zurecht. Die Terrier-Sturheit ist abgeschwächt, aber nicht verschwunden: Wer ihn zu etwas zwingen will, stößt auf Widerstand.

Er ist sehr menschenbezogen und will dabei sein. Lange allein bleiben mag er nicht.

Auf einem Blick

Die Pflege und Haltung eines Boston Terrier Welpen

Das kurze Fell ist in fünf Minuten versorgt – einmal wöchentlich mit einem Noppenhandschuh. Er haart trotzdem etwas.

Was Aufmerksamkeit braucht: die Falten im Gesicht (trocken halten) und die Augen. Sie stehen hervor und sind dadurch ungeschützt; eine Verletzung ist schneller passiert als bei langnasigen Rassen.

Hitze. Wie bei jeder kurzköpfigen Rasse kann er Wärme über das Hecheln kaum abgeben. Im Sommer gehören Spaziergänge in den Morgen und Abend, und im Auto hat er nichts verloren – siehe Hitzschlag beim Welpen.

Kälte verträgt er ebenfalls schlecht: Das kurze Fell wärmt nicht, ein Mantel ist bei Frost sinnvoll.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse

Brachyzephales Syndrom. Das zentrale Thema. Die Bandbreite ist groß – von Hunden mit unauffälliger Atmung bis zu solchen, die schon im Ruhezustand röcheln. Ein Welpe, der beim Spielen schnell nach Luft ringt, wird das nicht auswachsen, im Gegenteil.

Augenerkrankungen. Hornhautgeschwüre, Katarakt und der sogenannte Kirschaugen-Vorfall der Nickhautdrüse kommen gehäuft vor.

Patellaluxation und Wirbelsäulenfehlbildungen – die typische Korkenzieherrute geht bei manchen Hunden mit Fehlbildungen der Wirbel einher.

Geburten. Der breite Kopf und das schmale Becken führen dazu, dass viele Würfe per Kaiserschnitt geholt werden müssen. Das ist ein Punkt, den man kennen sollte, wenn man über Zucht nachdenkt.

Die Frage, die beim Züchter fallen muss

Wie atmen die Elterntiere? Lass sie dir zeigen, am besten nach einer kurzen Bewegung. Ein Zuchttier, das dabei röchelt, sollte keine Welpen bekommen – und sein Nachwuchs wird dasselbe Problem haben.

Worauf sonst zu achten ist, steht unter Seriöse Hundezüchter erkennen.

Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?

Sehr gut. Er ist geduldig, verspielt, robust genug für Kinder und klein genug für eine Wohnung. Wenig reizbar, kaum Jagdtrieb, umgänglich mit anderen Hunden.

Einschränkungen gibt es bei Hitze und bei ausdauerndem Toben – beides sollte dosiert werden.

Gestromter Boston-Terrier-Welpe steht auf weißem Grund
Gestromt mit weißen Abzeichen – neben Schwarz und Seal die dritte zugelassene Farbe

Boston Terrier FAQ

Schnarcht ein Boston Terrier?

Meistens ja. Das gehört zum kurzen Kopf. Lautes Röcheln im Wachzustand ist dagegen kein Charme, sondern ein Befund.

Wie viel Bewegung braucht er?

Etwa eine Stunde täglich, in kühlen Tageszeiten. Er ist ausdauernder, als er aussieht, aber die Atmung setzt die Grenze.

Ist er ein Listenhund?

In der Regel nein. Die Listen unterscheiden sich je Bundesland, ein Blick in die eigene Hundeverordnung schadet nie.

Verträgt er andere Hunde?

Meist gut. Er ist nicht auf Streit aus und hat wenig Territorialverhalten.

Zusammenfassung

Der Boston Terrier ist trotz seines Namens ein freundlicher, unkomplizierter Begleithund – klein genug für die Wohnung, robust genug für Kinder und mit pflegeleichtem Fell. Das entscheidende Thema ist der kurze Kopf: Achte beim Welpenkauf darauf, wie die Elterntiere nach Bewegung atmen. Hitze ist für ihn gefährlicher als für langnasige Rassen, und seine hervorstehenden Augen brauchen Aufmerksamkeit.