Welpen Grundkommandos beibringen

Mit Kaufvertrag und Handshake zum Welpen
Mit Kaufvertrag und Handshake zum Welpen | Foto: Sonsedskaya / depositphotos.com

Dein Welpe ist bei dir zuhause eingezogen, hat sich eingewöhnt und soll jetzt eine Grunderziehung erhalten? Warum ist es überhaupt wichtig, dass dein Welpe auf dich hört? In aller erster Linie sind die Grundkommandos dazu da, dass dein Welpe geschützt und sicher ist. Denn ohne Grundgehorsam ist ein Unfall schnell mal passiert. Aber auch um deinen Welpen mit nehmen zu können im Alltag ist es wichtig, dass er die Basics beherrscht.

Was sind die Grundkommandos?

  • Sitz
  • Platz
  • Bleib
  • Komm oder hierher
  • Aus

Diese fünf elementaren Kommandos der Hundeerziehung sollte jeder Hund beherrschen, damit er für sein Herrchen/Frauchen, aber auch seine Umwelt, ein angenehmer Begleiter ist.

Wie startest du am Besten?

Um es deinem Welpen leichter zu machen, sollte das Training immer in reizarmer Umgebung (z.B. im Haus) beginnen und der Schwierigkeitsgrad nur ganz langsam gesteigert werden. Die Möglichkeit eines Erfolgserlebnis wird so gesteigert.

Das Timing ist ein weiterer wichtiger Faktor. Nur in den ersten zwei Sekunden kann dein Welpe sein Verhalten durch einer Belohnung  als erwünschtes Verhalten verknüpfen.

Belohnungen müssen nicht immer in Form von Leckerlies erfolgen. Auch verbales Loben oder kurz mit dem Welpen spielen kann eine Belohnung darstellen. Welche Belohnungsform individuell für deinen Welpen die passende ist findest du über ausprobieren heraus. Am besten variierst du diese auch, damit dein Welpe immer weiterhin gespannt auf die Ausführung eines Kommandos wartet.

Besonders bei Leckerlies können je nach Art dieser mehr oder weniger fertig für deinen Welpen sein. Einige sind nicht schmackhaft genug, um deinen Hund zu etwas Neuem zu bewegen und andere sind so extrem lecker für ihn, sodass er sich vor Aufregung kaum noch konzentrieren kann. Finde also durch Ausprobieren heraus welche Leckerlies sich am besten für euch eignen.

Um ein Kommando neu beizubringen ist es sinnig mit Leckerlies zu arbeiten. Sobald dein Welpe dieses aber gut und sicher beharrst kannst du langsam anfangen darauf zu verzichten und nur noch über Stimme und Spielen loben. Solltest du dauerhaft mit Leckerlies arbeiten wollen solltest du das Hauptfutter reduzieren, damit dein Welpe kein Übergewicht bekommt.

Ruhepausen sind enorm wichtig. Das Gelernte muss auch Zeit haben sich zu setzen und für deinen Welpen abrufbar werden.

Auf einem Blick

  • Training sollte immer in reizarmer Umgebung statt finden
  • das Timing ist ein weiterer wichtiger Faktor
  • die ersten zwei Sekunden kann dein Welpe sein Verhalten durch einer Belohnung  als erwünschtes Verhalten verknüpfen
  • Belohnungen müssen nicht immer in Form von Leckerlies erfolgen
  • verbales Loben oder kurz mit dem Welpen spielen ist auch eine Belohnung
  • am besten variierst du die Belohnungsart, damit dein Welpe immer weiterhin gespannt auf die Ausführung eines Kommandos wartet
  • um ein Kommando neu beizubringen ist es sinnig mit Leckerlies zu arbeiten
  • das Hauptfutter sollte reduziert werden, falls du sehr viel mit Leckerlies arbeitest
  • das neu  Gelernte muss  Zeit haben sich zu setzen – Ruhepausen

Der Name deines Welpen ist kein Kommando

Nutze den Namen deines Welpen ausschließlich zum Zweck deinem Welpen zu suggerieren: „Du bist gemeint! Gleich sage ich dir, was ich von dir möchte.“ Verknüpfe ihn immer mit einem Kommando. Der Name an sich ist kein Kommando. Das Rufen des Namens sollte nicht ein Synonym für „Hierher!“ oder – noch viel schlimmer – eine Maßregelung sein.

Den Namen beizubringen ist nicht schwierig.  Warte einfach einen passenden Moment ab in dem dein Welpe nicht beschäftigt ist. Sich vielleicht sogar langweilt. Rufe dann seinen Namen in fröhlicher und hoher Stimmlage. Das allein sollte dein Hundekind schon motivieren zu dir zu sehen. Wichtig ist es dann ihn ausgiebig zu loben. Nach wenigen Malen sollte dein Welpe sobald sein Name gesagt ist mindestens interessiert die Ohren spitzen.

Klare Regeln sind wichtig

Besonders dann, wenn du nicht alleine für die Erziehung deines Welpen zuständig bist, sondern auch andere Familienmitglieder involviert sind. Die gesamte Familie muss sich zwingend einig sein, was ein Welpe darf und was nicht. Es darf nicht passieren, dass ein Familienmitglied es süß findet, wenn ein Welpe einen Turnschuh in den Garten verschleppt. Und ein anderer reagiert darauf mit einem hysterischen „Nein!“ .  Dies wäre höchst kontraproduktiv für die Erziehung. Ausserdem kommen hohe, hysterische Töne bei einem Welpen gar nicht gut an, sondern wirken auf diesen zutiefst irritierend.

Das Kommando „Hierher oder Komm“

Das wichtigste Kommando überhaupt für jeden Hund. Abrufbar sein aus jeder erdenklichen Situation ist im Alltag elementar.  Im Welpenalter ist das Training dieses Kommandos  eigentlich einfach zu bewerkstelligen, da dein Welpe noch ein starkes Bedürfnis hat seiner Bezugsperson zu folgen. Auch hier ist Timing einfach alles.

Rufe deinen Welpen nur zu dir, wenn du dir absolut sicher bist, dass er auch kommt. Und nicht, wenn er sich gerade mit etwas anderem intensiv beschäftigt.

Im passenden Augenblick rufst du den Namen deines Welpen und animierst ihn zu dir zu kommen. Das kannst du durch leises Klatschen, mit Hilfe eines Spielzeugs oder sogar durch Weglaufen noch verstärken. Probier einfach aus worauf dein Welpe am besten anspringt.

Sobald dein Welpe fast bei dir ist gibts du das Kommando Hierher oder Komm (oder eben dein Wort dafür). Wenn er dann bei dir ankommt lobst du ihn überschwänglich und mit viel Freude. Am Anfang sollte dieses Kommando mit einem wirklich tollen Erlebnis verbunden sein. Denn so wird dein Welpe auch kommen, wenn er eigentlich aktuell etwas besseres zu tun hat. Aus genau diesem Grund solltest du ihn niemals schimpfen, wenn er zu dir kommt. Selbst dann nicht wenn er vorher 30 Minuten lang dein Kommando ignoriert hat.

Starte mit diesem Kommando unbedingt in reizbarer Umgebung und Steigere dann nach und nach das Niveau und die Ablenkung um euch herum.

Auf einem Blick

  • das wichtigste Kommando überhaupt für jeden Hund ist „Komm“
  • in jeder erdenklichen Situation im Alltag ist es elementar
  • rufe deinen Welpen nur zu dir, wenn du dir absolut sicher bist, dass er auch kommt
  • leises Klatschen, mit Hilfe eines Spielzeugs oder sogar durch Weglaufen kann das Kommando anfangs noch verstärken
  • sobald dein Welpe fast bei dir ist gibts du das Kommando Hierher oder Komm
  • wenn er bei dir ist lobst du ihn überschwänglich und mit viel Freude
  • niemals schimpfen, wenn er zu dir kommt, auch wenn er vorher eine lange Zeit nicht kam
Der Zahnwechsel bei einem Welpen findet ab der 16 Woche statt
Der Zahnwechsel bei einem Welpen findet ab der 16 Woche statt | Foto: vitalytitov / depositphotos.com

Das Kommando „Sitz“

Kleine Welpen, die noch keine Erfahrung mit dem Lernen haben, begreifen dieses Kommando meist sehr schnell. Stell oder hocke Sie dich vor deinen Welpen und nimm eine Belohnung zwischen Daumen und Mittelfinger. Strecke nun den Zeigefinger hoch, damit dein Welpe sich auch direkt an Sichtzeichen gewöhnt. Wenn du nun deine Hand mit dem Leckerli an seiner Nase vorbei nach oben führst, sodass deine Welpe den Kopf in den Nacken legen muss, wird er sich irgendwann auf den Boden setzen. Sobald  sich sein Gesäß in Richtung Boden bewegt gibst du  das Kommando „Sitz!“. In dem Moment in dem dein Welpe mit seinem Hinterteil den Boden berührt gibst du ihm unverzüglich das Leckerli und lobst ihn ausgiebig.

Das Kommando „Platz“

Aufbauend auf „Sitz!“ kannst du im Training mit deinem Welpen das Kommando „Platz!“ üben. Lass dafür deinen Welpen erst einmal vor dir sitzen.  Klemm dir nun ein Leckerli zwischen Zeige- und Mittelfinger deiner flachen Hand (Sichtzeichen) und Fürher diese Hand dann von der Nase deines Welpen an nach unten, vorne. Sobald dein Welpe Anstalten macht sich hinzulegen sagte du  das Kommando. Wenn er dann wirklich liegt gibts du ihm die Belohnung und lobst ihn wieder ausgiebig.Auf einem Blick

 

Kooikerhondje Welpe | Foto: MirasWonderland / bigstock.com

Auf einem Blick

  • kleine Welpen, die noch keine Erfahrung mit dem Lernen haben, begreifen die Kommando „sitz“ und „platz“ meist sehr schnell
  • für sitz eine Belohnung zwischen Daumen und Mittelfinger nehmen
  • die Hand mit dem Leckerli an seiner Nase vorbei führen
  • sobald sein Gesäß in Richtung Boden bewegt gibst du  das Kommando „Sitz!“
  • aufbauend auf „Sitz!“ kannst du im Training mit deinem Welpen das Kommando „Platz!“ üben
  • Leckerli zwischen Zeige- und Mittelfinger deiner flachen Hand (Sichtzeichen) nehmen
  • an der Nase deines Welpen vorbei nach unten, vorne die Hand führen
  • sobald er sich hinlegt das Leckerli geben und ihn loben

Das Kommando „Bleib“

Immer wieder werden sich im Alltag Situationen ergeben in denen es notwendig ist, dass dein Welpe an einem Ort warten muss.  Setze deinen Welpen für dieses Training vor dich hin. Um die grundsätzliche Bedeutung des Wortes „Bleib!“ zu vermitteln, reicht oft schon eine eindeutige Körpersprache aus. Stell dich frontal und leicht nach vorn geneigt vor deinen Welpen und strecke ihm deine Handinnenfläche entgegen. So suggerierst du ihm allein durch deine Haltung: Bleib wo du bist“. Gib nun das verbale Kommando, mach einen kleinen Schritt zurück und dann anfangs sofort wieder nach vorn und belohn deinen Welpen dafür, dass er sitzengeblieben ist. Sobald ein einzelner Schritt nach hinten funktioniert hat kannst du  nach und nach die Distanz vergrößern und die Zeit des Sitzen Bleibens verlängern. Irgendwann schafft er es sogar sitzen zu bleiben, obwohl du um eine Ecke verschwunden bist.

Das Kommando „Aus“

Ein wichtiges Kommando nicht nur im Spiel. Was dein Welpe im Fang hat sollte er auch auf dein Kommando hin sofort abgeben. Aber auch das Ablassen von draußen gefundenem Essbarem, kann das Leben deines Welpen retten.

Spiel dafür mit deinem Welpen mit einem Spielzeug, welches du auch dann noch gut zu fassen bekommst, wenn er es im Fang hält. Greife  ihm dann mit der Hand über die Schnauze, denn das wird ihn veranlassen, das Spielzeug sofort loszulassen. Genau in diesem Moment gibst du das Kommando „Aus!“. Belohne deinen Welpen mit Leckerlies oder mit einem Spiel. Wichtig ist das dein Welpe lernt, dass sein Spielzeug nicht direkt weg ist, wenn er es abgibt, sondern das er es nach einer kurzen Zeit wieder bekommt. Nach wenigen Übungseinheiten wird der Schnauzengriff nicht mehr vonnöten sein und dein Welpe wird den Gegenstand, den es im Fang hält, allein durch das gegebene Kommando loslassen.

Die Online Hundeschule kann helfen

Wenn mal etwas nicht so richtig funktionieren will oder auch mehr erlebt werden soll als die Grundkommandos, dann kann die Online Hundeschule eine große Hilfe sein. Hier können Informationen und Hilfestellung genau dann abgerufen werden, wann sie benötigt werden. Und auch in Hinblick auf die Kosten hat die Online Hundeschule viele Vorteile.

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