Großer Münsterländer Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Großer Münsterländer Welpen – der schwarz-weiße Langhaarige
Der Große Münsterländer fällt unter den deutschen Vorstehhunden durch zwei Dinge auf: sein langes Haarkleid und seine Farbe. Weiß mit schwarzen Platten und Tupfen, oft schwarz geschimmelt – so sieht kein anderer deutscher Vorstehhund aus.
Beides hat denselben Ursprung. Der Große Münsterländer war ursprünglich keine eigene Rasse, sondern die schwarz-weiße Farbvariante des Deutsch Langhaar. Als der Deutsch-Langhaar-Verband in den 1920er Jahren nur noch braune Hunde zur Zucht zuließ, standen die schwarz-weißen ohne Heimat da. Ihre Liebhaber gründeten einen eigenen Verein – und aus der Farbvariante wurde eine eigenständige Rasse.
| Ursprungsland | Deutschland |
| Größe Rüden | 60 bis 65 cm |
| Größe Hündinnen | 58 bis 63 cm |
| Gewicht | etwa 30 kg |
| Alter | 12 bis 14 Jahre |
| Fell | lang, dicht, anliegend, mit Befederung |
| Farbe | weiß mit schwarzen Platten und Tupfen, schwarz geschimmelt |
| Klassifikation F.C.I. | Gruppe 7 Vorstehhunde, Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde |
Nicht verwandt mit dem Kleinen Münsterländer
Das ist der häufigste Irrtum bei dieser Rasse, und er liegt am Namen. Der Große und der Kleine Münsterländer sind nicht dieselbe Rasse in zwei Größen. Sie stammen aus völlig verschiedenen Zuchtlinien.
Der Große geht auf den Deutsch Langhaar zurück – ein Vorstehhund. Der Kleine entwickelte sich aus langhaarigen Wachtelhunden, die im Münsterland des 19. Jahrhunderts bekannt waren. Gemeinsam ist beiden nur die Region im Namen.
Entsprechend unterscheiden sie sich auch im Erscheinungsbild: Der Große ist schwarz-weiß und mit bis zu 65 cm ein großer Hund. Der Kleine ist braun-weiß und bleibt mit rund 54 cm deutlich darunter.
Auf einem Blick
- zwei verschiedene Rassen, nicht zwei Größen derselben
- Großer Münsterländer: vom Deutsch Langhaar, schwarz-weiß, bis 65 cm
- Kleiner Münsterländer: von den Wachtelhunden, braun-weiß, etwa 54 cm
- gemeinsam ist nur die Herkunftsregion im Namen

Der Charakter & das Wesen von Großer Münsterländer Welpen
Unter den deutschen Vorstehhunden gilt der Große Münsterländer als der ausgeglichenste. Er ist freundlich, gutmütig und arbeitet ruhig und überlegt – weniger hektisch als manch anderer Gebrauchshund.
Er bindet sich eng an seine Familie und bleibt ungern lange allein. Fremden gegenüber ist er aufmerksam, aber nicht scharf – deutlich zurückhaltender in seiner Wachsamkeit als der Deutsch Drahthaar.
Was ihn auszeichnet: seine Führigkeit. Er will mit dir zusammenarbeiten und nimmt Anweisungen bereitwillig an. Das macht ihn zu einem der angenehmsten Gebrauchshunde in der Ausbildung – vorausgesetzt, du arbeitest freundlich. Härte verträgt er schlecht.
Bewegungsdrang der Großer Münsterländer Welpen
Rechne beim erwachsenen Hund mit zwei bis drei Stunden am Tag. Er ist ein ausdauernder Arbeitshund und braucht Aufgaben, nicht nur Strecke.
Wasserarbeit liegt ihm besonders. Apportieren aus dem Wasser, Dummytraining, Fährten- und Nasenarbeit lasten ihn aus. Seine ruhige Art macht ihn außerdem zu einem guten Kandidaten für Mantrailing.
Beim Welpen gilt wie bei allen großen Rassen Zurückhaltung: fünf Minuten Spaziergang je Lebensmonat, zwei- bis dreimal täglich, und keine langen Radtouren im ersten Jahr. Er wächst lange, und die Gelenke brauchen Zeit.

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Die Pflege und Haltung eines Großer Münsterländer Welpen
Das lange Fell mit seiner Befederung an Ohren, Brust, Läufen und Rute braucht mehr Aufmerksamkeit als das der kurzhaarigen Vorstehhunde – aber weniger, als es aussieht.
Zwei- bis dreimal die Woche gründlich durchbürsten, bis auf die Haut. Besonders an den Stellen, an denen Reibung entsteht: hinter den Ohren, in den Achseln, zwischen den Hinterbeinen.
Nach jedem Ausflug ins Feld die Behänge und Zehenzwischenräume nach Kletten und Grannen absuchen. Im langen Fell setzen sie sich fest und bohren sich in die Haut.
Die Hängeohren sind schlecht belüftet, besonders nach der Wasserarbeit. Wöchentlich hineinschauen, nach dem Schwimmen trocknen.
Bekommst du überhaupt einen Welpen?
Auch beim Großen Münsterländer gilt: Die Zucht läuft über den Jagdgebrauchshundverband, und die meisten Züchter geben ihre Welpen an Jäger ab.
Er ist allerdings die Rasse dieser Gruppe, bei der am ehesten Ausnahmen gemacht werden – sein ruhiges, familienfreundliches Wesen macht ihn auch außerhalb der Jagd zu einem guten Hund, sofern die Auslastung stimmt. Frag beim Zuchtverein nach, statt es über Kleinanzeigen zu versuchen.
Anfälligkeiten & häufige Krankheiten bei dieser Hunderasse
Hüftgelenksdysplasie ist bei dieser Größe das wichtigste Zuchtthema und bei den Elterntieren auswertbar.
Magendrehung. Der tiefe Brustkorb macht ihn anfällig. Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen, danach eine Stunde Ruhe.
Ohren. Hängeohren, langes Fell und Wasserarbeit ergeben zusammen ein erhöhtes Risiko für Entzündungen. Wöchentliche Kontrolle gehört zur Routine.
Bei den großen Rassen ist die Fütterung im Wachstum selbst ein Gesundheitsthema – siehe Gewichtskurve.
Auf einem Blick
- HD-Auswertung beider Elterntiere verlangen
- Magendrehung: mehrere kleine Mahlzeiten, danach Ruhe
- Ohren wöchentlich kontrollieren, nach dem Schwimmen trocknen
- Fell zweimal wöchentlich bis auf die Haut durchbürsten
Und wie ist es mit der Familientauglichkeit und Kindern?
Von den vier deutschen Vorstehhunden in dieser Gruppe ist der Große Münsterländer der naheliegendste Familienhund. Er ist geduldig, gutmütig, robust und ohne jede Schärfe.
Zwei Dinge bleiben: Er wird groß und ist im Spieleifer wuchtig – mit Kleinkindern braucht das Regeln. Und er bleibt ungern allein. Wenn die Familie tagsüber außer Haus ist, braucht er eine Lösung.
Großer Münsterländer FAQ
Ist der Große Münsterländer eine große Version des Kleinen?
Nein. Es sind zwei verschiedene Rassen mit verschiedener Herkunft. Der Große stammt vom Deutsch Langhaar, der Kleine von den Wachtelhunden. Gemeinsam ist ihnen nur die Region im Namen.
Warum ist er schwarz-weiß?
Weil er ursprünglich die schwarz-weiße Farbvariante des Deutsch Langhaar war. Als dort nur noch braune Hunde zugelassen wurden, machten sich die schwarz-weißen selbstständig.
Ist er als Familienhund geeignet?
Vom Wesen her sehr gut – er ist der ruhigste der deutschen Vorstehhunde. Die Auslastung muss trotzdem stimmen: zwei bis drei Stunden mit Aufgaben.
Wie viel Fellpflege braucht er?
Zwei- bis dreimal die Woche gründlich bürsten, nach Feldausflügen zusätzlich Behänge und Pfoten kontrollieren. Getrimmt oder geschoren wird nicht.
Zusammenfassung
Der Große Münsterländer ist der ausgeglichenste der deutschen Vorstehhunde: freundlich, führig, ausdauernd und mit einem auffälligen schwarz-weißen Fell. Er stammt vom Deutsch Langhaar und hat mit dem Kleinen Münsterländer außer der Region im Namen nichts zu tun. Wer ihm Aufgaben gibt, bekommt einen bemerkenswert angenehmen Hund.




