Terrier Welpen
Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Terrier Welpen – was die ganze Gruppe verbindet
„Terrier“ ist keine Rasse, sondern eine Gruppe von über dreißig. Sie reicht vom drei Kilogramm schweren Yorkshire Terrier bis zum 30 Kilogramm schweren Airedale Terrier.
Was sie alle verbindet, steckt im Namen: terra, die Erde. Terrier wurden gezüchtet, um Raubwild und Schädlinge im Bau zu stellen – Fuchs, Dachs, Ratte, Marder. Das ist eine Arbeit, die ein Hund allein macht, unter der Erde, ohne Sichtkontakt zu seinem Menschen und gegen einen wehrhaften Gegner.
Aus dieser Arbeit folgen vier Eigenschaften, die du in jedem Terrier findest – unabhängig von Größe und Fellfarbe.
Die vier Terriereigenschaften
1. Selbstständigkeit. Ein Hund im Fuchsbau bekommt keine Kommandos. Er muss selbst entscheiden. Terrier verstehen sofort, was du willst – und wägen dann ab, ob es sich lohnt. Klassisches Unterordnungstraining greift bei ihnen schlecht.
2. Beharrlichkeit. Was ein Terrier einmal angefangen hat, gibt er nicht auf. Das war unter der Erde überlebenswichtig. Im Wohnzimmer heißt es: Wiederholtes Kommandogeben nutzt sich ab, und was du dreimal durchgehen lässt, ist ein Muster.
3. Mut ohne Größengefühl. Terrier weichen nicht zurück – auch nicht vor Hunden, die ein Vielfaches wiegen. Unverträglichkeit gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden ist in der Gruppe verbreitet und lässt sich managen, aber nicht abtrainieren.
4. Jagdtrieb. Alles, was raschelt, huscht oder gräbt, ist interessant. Ein sicherer Rückruf will bei jedem Terrier erarbeitet werden, und bei manchen bleibt die Schleppleine ein Dauerbegleiter.
Was daraus folgt: Terrier sind keine Anfängerhunde im klassischen Sinn – aber auch keine schwierigen Hunde. Sie sind Hunde, die man über Kooperation führt statt über Gehorsam. Wer das mitbringt, bekommt außerordentlich charaktervolle, lernfähige und langlebige Begleiter.


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Die Terrier im Einzelnen
| Rasse | Größe | Fell | Besonderheit |
| Yorkshire Terrier | bis 17 cm | Haar, Schnitt | Lebershunt-Test |
| Jack Russell Terrier | 25–30 cm | glatt/rau | kurzbeiniger Typ |
| Parson Russell Terrier | 33–36 cm | glatt/rau | hochbeiniger Typ |
| Foxterrier Glatthaar | bis 39 cm | glatt | pflegeleicht |
| Foxterrier Drahthaar | bis 39 cm | rau, trimmen | haart kaum |
| Irish Terrier | bis 48 cm | rau, trimmen | einfarbig rot |
| Airedale Terrier | bis 61 cm | rau, trimmen | größter Terrier |
| American Staffordshire Terrier | bis 48 cm | kurz | Listenhund |
| American Pitbull Terrier | bis 53 cm | kurz | Listenhund |
Welcher Terrier passt zu welchem Alltag?
Du wohnst in einer Wohnung und willst wenig Hundehaare. Dann sind die rauhaarigen Terrier interessant – Foxterrier Drahthaar, Irish Terrier, Airedale Terrier. Ihr abgestorbenes Deckhaar bleibt im Fell hängen, statt auszufallen, und wird drei- bis viermal im Jahr herausgetrimmt. Das kostet Zeit oder Geld, dafür findest du kaum Haare im Haus.
Du bist sportlich und suchst einen Partner. Die Russell-Terrier sind für ihre Größe unglaublich ausdauernd und bei Agility, Dogdancing und Nasenarbeit ganz vorn dabei – vorausgesetzt, du hast täglich Zeit dafür.
Du suchst einen Begleiter fürs Sofa. Dann ist die Terriergruppe insgesamt die falsche Adresse. Auch der kleinste Terrier ist ein Arbeitshund im Miniformat.
Du willst einen großen Terrier. Der Airedale ist der größte und vielseitigste – ein echter Gebrauchshund, der Aufgaben braucht.
Du überlegst, einen Listenhund zu nehmen. American Staffordshire Terrier und American Pitbull Terrier stehen in fast jedem Bundesland mit Rasseliste in Kategorie 1. Was das bedeutet und welche Auflagen anfallen können, steht ausführlich unter Listenhunde und Rasselisten – kläre es unbedingt vor dem Kauf bei Land und Kommune.

Trimmen oder nicht – der entscheidende Pflegeunterschied
Das ist der praktische Punkt, der Terrierhalter am meisten beschäftigt.
Rauhaarige Terrier (Drahthaar-Foxterrier, Irish Terrier, Airedale) haben Deckhaar, das bis zu einer bestimmten Länge wächst, abstirbt und im Fell hängen bleibt. Es wird getrimmt, also herausgezupft – dann wächst neues, hartes Haar nach. Wird es stattdessen geschoren, wächst es weich nach, verliert Farbe und Struktur, und die Unterwolle setzt sich mit jedem Mal stärker durch. Das lässt sich kaum rückgängig machen.
Glatthaarige Terrier (Glatthaar-Foxterrier, Jack Russell glatt, Amstaff) brauchen nur gelegentliches Bürsten – haaren dafür ganzjährig.
Der Yorkshire Terrier ist ein Sonderfall: Sein Haar wächst wie Menschenhaar endlos weiter und muss alle sechs bis acht Wochen geschnitten werden.

Was in der Welpenzeit zählt
Für alle Terrier gelten dieselben drei Schwerpunkte:
Beißhemmung. Terrier spielen körperlich und mit dem Maul. Übe von der ersten Woche an, dass Zähne auf Haut das Spiel sofort beenden.
Hundebegegnungen. Je mehr ruhige, positive Begegnungen mit souveränen Hunden ein Welpe sammelt, desto besser kommt er später zurecht. Nimm ihn dabei nicht hoch, wenn ein großer Hund kommt – das verstärkt die Anspannung.
Rückruf. Bau ihn früh, freundlich und mit hochwertiger Belohnung auf, und übe ihn ein Leben lang. Bei Terriern ist er nie fertig.
Und ein Hinweis zur Auslastung: Buddeln und Graben sind bei dieser Gruppe keine Unart, sondern der Beruf. Ein eigenes Grabeareal im Garten oder eine Buddelkiste lenkt das in erlaubte Bahnen – deutlich erfolgreicher, als es abzustellen.
Beim Bürsten fällt nebenbei auf, was sonst übersehen wird – Näheres unter Welpenfellpflege und Zecken und Flöhe.

Terrier FAQ
Sind Terrier Anfängerhunde?
Nur bedingt. Sie sind robust, gesund und langlebig, aber eigenständig, beharrlich und jagdlich motiviert. Wer über Kooperation statt über Gehorsam arbeitet, kommt gut zurecht.
Welcher Terrier ist der ruhigste?
Keiner ist wirklich ruhig. Vergleichsweise gelassen sind die großen rauhaarigen Vertreter wie der Airedale – aber auch der braucht täglich Aufgaben.
Verträgt sich ein Terrier mit anderen Hunden?
Mit gleichgeschlechtlichen oft schlecht. Frühe Sozialisierung hilft erheblich, hebt die Veranlagung aber nicht auf.
Wie alt werden Terrier?
Für ihre Größe ausgesprochen alt: meist 12 bis 16 Jahre. Sie gehören zu den robustesten Hundegruppen überhaupt.
Haaren Terrier?
Das hängt vom Felltyp ab. Rauhaarige haaren kaum, brauchen aber drei- bis viermal jährlich einen Trimmtermin. Glatthaarige haaren ganzjährig, brauchen dafür fast keine Pflege.
Zusammenfassung
Terrier sind eine Gruppe mit enormer Spannweite in Größe und Fell – und mit einem gemeinsamen Kern: selbstständig, beharrlich, mutig und jagdlich motiviert.
Die Wahl innerhalb der Gruppe entscheidest du praktisch am besten über zwei Fragen: Wie viel Zeit hast du täglich? und Trimmen oder Haare auf dem Sofa? Was das Wesen angeht, unterscheiden sich die Terrier weniger, als ihre Größenunterschiede vermuten lassen.




