welpenknigge.de

Start › Ernährung

Wie füttert man einen Welpen richtig?

Christoph MeyerErnährungsberater für Hunde & Katzen

Welpen fressen aus einem Napf
Welpen fressen aus einem Napf

Welpen richtig füttern – der Ablauf zählt

Beim Füttern geht es nicht nur darum, was in den Napf kommt, sondern mindestens genauso darum, wann und wie.

Feste Zeiten erleichtern die Stubenreinheit, Ruhe nach dem Fressen senkt ein ernstes Risiko, und eine langsame Futterumstellung erspart dir eine Woche Durchfall. Das sind drei Dinge, die nichts kosten und viel bringen.

Auf einem Blick

Wie oft und wann

Ein Welpe hat einen kleinen Magen und einen hohen Energiebedarf – deshalb mehrere Portionen:

Feste Uhrzeiten helfen doppelt: Der Verdauungsrhythmus wird berechenbar, und damit auch der Zeitpunkt, an dem dein Welpe rausmuss. Nach dem Fressen kommt bei jungen Hunden meist innerhalb von fünf bis fünfzehn Minuten der Drang – mehr dazu unter Welpen stubenrein bekommen.

Die letzte Mahlzeit nicht zu spät. Zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen ist ein guter Abstand – das reduziert nächtliche Gänge.

Den Napf nicht stehen lassen. Freie Aufnahme macht die Menge unkontrollierbar, und du merkst nicht, wenn dein Welpe plötzlich weniger frisst. Genau das ist aber oft das erste Krankheitszeichen.

Die Futterumstellung

Der häufigste vermeidbare Durchfall in der Welpenzeit entsteht am Einzugstag: Umzug und neues Futter gleichzeitig. Die Trennung von der Mutterhündin ist für den Welpen Stress genug.

Die Regel: Füttere zunächst das Futter weiter, das dein Welpe kennt, und lass dir davon beim Züchter etwas mitgeben. Stell frühestens nach ein bis zwei Wochen um, wenn der Welpe angekommen ist.

Und dann langsam – über sieben bis zehn Tage, indem du den Anteil des neuen Futters schrittweise erhöhst und beides im selben Napf mischst. Tritt Durchfall auf, gehst du einen Schritt zurück.

Bleiben Juckreiz oder Verdauungsprobleme auch nach der Umstellung, kann eine Futtermittelunverträglichkeit dahinterstecken – meist gegen tierische Eiweiße wie Rind oder Huhn, seltener gegen pflanzliche Bestandteile wie Weizen oder Soja. Klarheit bringt eine Ausschlussdiät unter tierärztlicher Begleitung; ein Allergie-Test beim Hund kann Hinweise geben, ersetzt sie aber nicht.

Den genauen Plan, die Umrechnung zwischen Nass- und Trockenfutter und den Zeitpunkt für den Wechsel auf Erwachsenenfutter findest du unter Futterumstellung beim Welpen.

Nassfutter oder Trockenfutter für den Welpen
Umzug und Futterwechsel am selben Tag führen zuverlässig zu Durchfall – erst ankommen lassen.

Empfehlung der Redaktion

Anifit Schnupperpaket für Hunde: Nassfutter-Dosen aller Sorten, Trainingsleckerli, Flocken und Ernährungsratgeber

Hochwertiges Nassfutter für Deinen Welpen

  • Zutaten in Lebensmittelqualität
  • Hoher Fleischanteil von über 90 %
  • Frei von Farbstoffen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln

10 % Rabatt für Neukundenkniggean der Kasse eingeben

Hier geht's zum Anifit Shop

Ruhe nach dem Fressen

Eine Stunde, in der nicht getobt, nicht gespielt und nicht spazieren gegangen wird.

Der Grund ist die Magendrehung: Bei ihr dreht sich der Magen um die eigene Achse, Ein- und Ausgang werden abgeklemmt, die Blutversorgung bricht zusammen. Ohne Operation stirbt der Hund innerhalb weniger Stunden.

Besonders gefährdet sind große Rassen mit tiefem, schmalem Brustkorb – Deutsche Dogge, Irischer Wolfshund, Dobermann, Weimaraner, die Sennenhunde.

Was vorbeugt:

Die Anzeichen kennen: aufgeblähter, harter Bauch, erfolgloses Würgen, starkes Speicheln, Unruhe. Das ist ein Notfall – sofort in eine Klinik, nicht abwarten.

Wasser

Frisches Wasser muss rund um die Uhr verfügbar sein, auch nachts.

Die Idee, abends das Wasser wegzunehmen, um nächtliche Gänge zu vermeiden, ist verbreitet und falsch. Sie spart dir vielleicht einen Gang und kann bei einem kranken Hund gefährlich werden – etwa bei beginnender Nierenerkrankung oder Durchfall.

Ein Hinweis zu Nassfutter: Hunde, die überwiegend Nassfutter bekommen, trinken oft deutlich weniger. Das ist kein Grund zur Sorge – Nassfutter besteht zu 75 bis 80 Prozent aus Wasser, die Flüssigkeit kommt also über die Nahrung. Bei Trockenfutter gilt das Gegenteil: Dort ist ausreichendes Trinken wichtig, besonders bei Rassen mit Neigung zu Harnsteinen wie dem Dalmatiner.

Neugeborener Welpe wird mit Welpenmilch gefüttert
Frisches Wasser rund um die Uhr – Wasser abends wegzunehmen ist verbreitet und falsch.

Fressen in Ruhe lassen

Eine Hausregel, die Konflikte verhindert: Am Napf wird der Hund nicht gestört. Nicht gestreichelt, nichts weggenommen, nicht danebengestanden – und das gilt besonders für Kinder.

Der verbreitete Rat, einem Welpen zur Übung den Napf wegzunehmen, um ihm zu zeigen, „wer der Chef ist“, bewirkt das Gegenteil: Der Hund lernt, dass Menschenhände am Napf eine Bedrohung sind. Genau daraus entsteht Ressourcenverteidigung.

Besser: Geh am Napf vorbei und wirf etwas Besseres hinein. Dein Hund lernt, dass deine Nähe am Napf etwas Gutes bedeutet.

Und wenn dein Welpe am Napf knurrt: Nimm es ernst, statt es zu verbieten. Warum, steht unter Welpen verstehen.

Wie füttert man einen Welpen richtig – FAQ

Wie oft sollte ein Welpe fressen?

Bis etwa vier Monate viermal täglich, bis sechs Monate dreimal, danach zweimal.

Wie stelle ich das Futter um?

Über sieben bis zehn Tage schrittweise mischen. Bei empfindlichen Hunden über zwei bis drei Wochen.

Darf mein Welpe nach dem Fressen spazieren?

Besser nicht. Eine Stunde Ruhe senkt das Risiko einer Magendrehung deutlich.

Soll ich nachts das Wasser wegnehmen?

Nein. Frisches Wasser muss rund um die Uhr verfügbar sein.

Darf ich meinem Welpen den Napf wegnehmen, damit er es lernt?

Nein. Das erzeugt genau die Ressourcenverteidigung, die du verhindern willst. Wirf stattdessen etwas Gutes in den Napf, wenn du vorbeigehst.

Zusammenfassung

Richtig füttern heißt vor allem: feste Zeiten, abgewogene Portionen, eine Stunde Ruhe danach – und eine Futterumstellung, die sich über zehn Tage zieht statt über einen Nachmittag.

Dazu kommt eine Hausregel, die mehr verhindert, als sie kostet: Am Napf wird der Hund in Ruhe gelassen. Wer dort übt, „wer der Chef ist“, legt genau das Problem an, das er vermeiden wollte.