Welpen und Kinder: Den Start gut gestalten

Welpe auf dem Arm von einem Kind
Damit die Freude groß bleibt, sind die Eltern als Vermittler zwischen Kind und Welpe gefragt. | Foto: Counselling / pixabay.com

Hunde und Kinder haben das Potential, Freunde fürs Leben zu werden. Das ist jedoch kein Selbstläufer. Umso kleiner die Kinder, desto mehr müssen Eltern beachten. Das Vermitteln von Umgangsregeln, das Anleiten vom gemeinsamen Spielen und das Abklären von eindeutigen Grenzen ist vom ersten Tag an wichtig.

Welpe auf dem Arm von einem Kind
Damit die Freude groß bleibt, sind die Eltern als Vermittler zwischen Kind und Welpe gefragt. | Foto: Counselling / pixabay.com

Viele Kinder träumen von einem Hund. Zwischen Kindern und Hunden besteht eine große Anziehungskraft. Sie finden sich spannend, verstehen sich aber in vielen Situationen nicht oder falsch. Kommt ein Welpe in die Familie, beginnt direkt der wichtige Prozess der Sozialisation. Nicht nur der Hund muss seine Talente als Kommunikationsprofi schulen. Auch die großen und kleinen Menschen, müssen lernen, die Signale des Hundes zu deuten. Hierbei helfen Eltern, die ihren Kindern und dem Hund Sicherheit und Ruhe vermitteln.

Beim Aussuchen des Hundes

Viele Hunderassen eignen sich optimal für eine Familie. Welche individuell passt, hängt von vielen Faktoren ab. Eine sportliche Familie, die gerne gemeinsam Zeit draußen verbringt, sollte einen entsprechenden Hund wählen, wie beispielsweise einen Golden Retriever Welpen, einen Labrador Welpen oder einen Beagle Welpen. Wer es etwas gemütlicher mag und keinen Wert auf ausgedehnte Spaziergänge legt, ist mit einem französischen Bulldoggen Welpen gut beraten. Diese kleinen Clowns sind fröhliche Spielkameraden. Allerdings sind sie sehr schlau und probieren je nach Gemüt ihre Grenzen aus. Gerade kleine Kinder können bei diesen charmanten Scherzkeksen den Kürzeren ziehen.

Ein verantwortungsvoller Züchter erkennt bereits bei den Welpen in seinem Wurf einzelne Wesenszüge. Ein ängstlicher und nervöser Welpe ist für eine Familie keine gute Wahl. Zeigt ein Welpe bereits, dass er sehr intelligent ist, sollte bei der Familie das Interesse bestehen, den Hund mit entsprechenden Aufgaben auszulasten. Ideal ist es, wenn der Welpe bereits zwei bis drei Mal besucht werden kann und bereits die ersten Regeln mit den Kindern „erlernt“ werden.

Extra-Tipp: Vorab eine Liste erstellen, was sich die einzelnen Familienmitglieder vom Hund wünschen und unseren Ratgeber „Welcher Hund passt zu mir“ lesen.

Grenzen festlegen und über Bedürfnisse sprechen

Ein Welpe profitiert von Klarheit bei seiner Familie. Daher ist es gut als Eltern und bei größeren Kindern gemeinsam mit ihnen über Alltagsabläufe zu sprechen. Vorab sollte überlegt werden:

  • Welche Regeln und Grenzen sind uns als Familie im Zusammenleben mit dem Hund wichtig? Bei kleineren Kindern kann es beispielsweise sinnvoll sein, wenn der Hund nicht in das Kinderzimmer darf.
  • Was gilt an der Tür: Darf der Hund Besucher dort begrüßen? Wie ist das für Freunde der Kinder, die keine Hunde kennen? Kann es zu stressigen Situationen kommen, die Angst bei Kindern wie auf Schecker beschrieben und Stress beim Hund auslösen?
  • Wie soll das gemeinsame Losgehen funktionieren? Wo wartet der Hund?
  • Wann passen Hunderunden?
  • Wie lassen sich Situationen des Alltags mit dem Welpen von Anfang an trainieren?
  • Welche Regeln helfen, Abläufe für alle Beteiligten ruhig laufen zu lassen?
  • Wie üben wir Alleinbleiben?
  • Wer ist für was zuständig?

Ankunft gestalten

Für die Familie ist das Ankommen des Welpen spannend und ein Grund zur Freude. Für den kleinen Hund ist es spannend und zugleich traurig. Er verliert in diesem Moment alles Vertraute. Dieser erste Tag sollte ruhig laufen. Sind die Kinder sehr aufgeregt, hilft es, wenn der Hund ankommt, während die Kinder in der Schule, im Kindergarten oder bei Oma sind.

Zudem schläft ein Welpe gerade in der ersten Zeit viel. Das sollten Eltern ihren Kindern vorher unbedingt sagen. Hier gilt: Schlafende Hunde soll man nicht wecken.

Was hilft dem Welpen:

  • ein Schlafplatz, an den er sich zurückziehen darf
  • Ruhe
  • Nähe einer Bezugsperson, wenn er sie möchte

Ein Hund ist ein Lebewesen und kein Kuscheltier. Zu einem respektvollen Umgang mit einem Tier gehört, dass jeder seine Grenzen akzeptiert.

Extra-Tipp: Vielen Familien hilft eine Hundebox als Schlafplatz, welche die Kinder nicht betreten dürfen. Bei einem Welpenbett ohne weitere Abgrenzung überschreiten kleine Kinder die Grenze schnell. Für den Welpen kann das je nach Gemüt zu viel sein.

Welpe-Kind; Kind-Welpe: Körpersprache übersetzen

Bei einem Tier entfällt die verbale Kommunikation. Das Kind muss sich in den Hund einfühlen und ihn beobachten. Gerade zu Beginn ist das eine enorme Herausforderung. Langfristig profitieren Kinder von dieser Erfahrung, denn es fördert ihre Empathie, wie Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Gebhard von der Universität Hamburg im Interview ausführt. Der enge und positive Kontakt mit Hunden stärkt die sozialen Kompetenzen von Kindern.

Für einen Hund sind Bewegungsabläufe von Kindern irritierend. Ein Welpe, der mit Kindern groß wird, reagiert darauf schnell nicht mehr. Aber auch er muss lernen, dass heranstürmende und rennende Kinder kein Grund für Aufregung sind. Auf den Hund zustürmen, festes Umarmen und Drücken ist für Hunde stressig. Wer hier sanft mit seinen Kindern spricht und ihnen erklärt, dass Hunde anders kuscheln, legt einen wichtigen Grundstein für ein unfallfreies Zusammenleben. Als Übersetzer fungieren hier zunächst die Eltern. Was will der Hund, wenn er mit dem Schwanz wedelt? Was sind Anzeichen von Stress? Warum bellt der Welpe?

Welpe wird von einem Kind gebadet und geküsst
Baden mögen nicht alle Hunde und Küsse auch nicht. Solch ein Verhältnis muss wachsen. | Foto: liilxliil / pixabay.com

Ruhige Spiele

Kommt ein Welpe in die Familie, ist das auch ein Anlass über einige Regeln zu sprechen. Wie ist das mit Toben im Haus oder in der Wohnung? Was beim Welpen niedlich sein mag, führt beim ausgewachsenen Hund zu Problemen. Klüger ist es, von Anfang an darauf zu achten, dass Bälle nur draußen gefangen werden. Zerrspiele und wildes Toben führen rasch zu Missverständnissen. Spielerisches Beißen und Anspringen beim Welpen gilt es konsequent zu unterbinden und das vorab mit den Kindern zu besprechen. Umdrehen und das Spiel unterbrechen ist eine Methode. Beim Beißen ein lautes Geräusch von sich geben und ebenso das Spiel konsequent abbrechen, ist eine weitere Verhaltensweise.

Der Welpe testet bei den Kindern die Rangordnung. Das ruhige Einüben von Tricks wie Drehen oder Suchspiele fördert das Verhältnis und klärt die Rangordnung sanft. Parcours aufbauen, Abfolge von einzelnen Befehlen oder das Training mit Schnüffel-Suchspielen macht Kindern und Hunden große Freude. Diese ruhigen Spiele sind für das Verhältnis besser, weil sie ruhig ablaufen.

Klarheit und Kommunikation

Ein Hund ist für die ganze Familie ein großer Gewinn. Wenn die Eltern ihren Kindern klar die Bedürfnisse eines Hundes vermitteln und die Kontakte sensibel moderieren, wird aus den Kindern und dem Hund rasch ein Dreamteam.

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